Scheiß die Wand an

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 Unique Existence

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Shiki
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BeitragThema: Unique Existence   Mo Jul 27, 2009 1:12 pm

Da ich liebendgern Fanfictions schreibe, zeig ich euch mal meine Aktuellste. Meinungen, Kritiken etc lese ich immer wieder gerne~

EDIT: Diese FF wird aus zwei Sichtweisen erzählt, die von Lillith und Samiel.


Unique Existence

Vorwort


Hoffnungslos.
Ja, das war ich.
„Ein hoffnungsloser Fall“, so wie meine Eltern mich damals nannten und mir jeden Tag in meinem verdammten Leben einbläuten, war es doch kein Wunder, dass ich mich nicht mehr für andere interessierte.
Was heißt für andere? Ich interessiere mich für NICHTS. Rein gar nichts was mich irgendwie am Leben halten konnte. Zwecklos. Ohne jeglichen Sinn und Zweck erblickte ich einst mein nutzloses Leben. War ich denn wirklich so anderes als die anderen? Höchstwahrscheinlich. So behaupteten es jedenfalls alle und ich war auch schon deren Meinung. Mir doch egal was ich bin. Warum ich so bin. Ich hatte ja immerhin ausreichend Beweise dafür dass ich abnormal bin. Wie tief gesunken ich doch bin. Was heißt hier tief? Tiefer als tief. So tief wie ein kleiner, dummer Abgrund eines kleinen, dummen Lebens.

Abscheulich.
Abartig.
Unheimlich.
Grauenvoll.


Einige meiner Spitznamen. Daran hatte ich mich schon gewöhnt. Verdammt nein, ich durfte mich doch an nichts gewöhnen! Sie mieden mich sowieso schon alle, warum versuchte ich es ihnen Recht zu machen? Damit sie mich noch mehr abstoßen konnten? Mir verachtende Blicke zuwerfen konnten?
Dumm.
Auch das war ich. Dumm genug um weiterzuleben und nie die Hoffnung aufzugeben. Also doch nicht hoffnungslos, oder wie? Ich war schon so am Ende, dass ich selber keine Ahnung hatte was für einen Scheißdreck ich von mir gab. Was die Leute von meiner besonders vulgären Wortwahl hielten war mir auch reichlich egal. Ich war ja ein Monster. Um genau zu sein, war ich, laut der alten, dämlichen Legenden, das Teufelskind.

Schwarzes Haar.
Rote Augen.
Symbol der Verderbnis.


Recht ungewöhnlich wenn man so bedachte. Überhaupt das Symbol der Verderbnis. Weiterer Blödsinn der Legenden. Was es ist? Nun… eins ist sicher: es war kaum zu übersehen. Ein riesiges, schwarzes Mal. Wut. Das war der Auslöser dafür. Es begann zu glühen, wenn ich außer mir war. Ich fand es nicht schlimm, im Gegenteil, sogar ganz cool. Aber was sollte man denn machen, wenn der Rest sich vor dir fürchtete? Dich mied? Dich verstieß?

Weglaufen?
Töten?
Verstecken?


Von denn blieb mir nicht viel übrig. Lief ich weg, verfolgten sie mich. Tötete ich, wurde ich eingesperrt. Versteckte ich mich, fanden sie mich. Aber an Ort und Stelle bleiben war ebenfalls keine gute Lösung, im Gegenteil. Früher oder später hätten auch sie mich verstoßen, so wie meine Familie und meine Ziehfamilie damals.

Sterben?
War das die Lösung?


Zuletzt von Shiki am Sa Sep 12, 2009 1:50 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Shiki
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Mo Jul 27, 2009 1:13 pm

Vorgeschichte


„…weg!“
Ich konnte meinen Ohren nicht trauen. Ich war wie betäubt. Das Atmen fiel mir schwer. Mühevoll versuchte ich zu schlucken und mich wieder an die Worte zu erinnern. Doch sie wollten nicht kommen, weil ich sie nicht hören wollte.
Es regnete.
Wie schön Regentropfen doch waren. Im Winter gefroren sie zu Eis und schimmerten wunderbar, im Sommer wurden sie eins und durchfluteten das Ödland.
Wirklich schön. Und nützlich. Jeder wusste Regen zu schätzen, sie empfanden ihn weder als unnütz noch als Fluch.
Du musst hier weg!
Wieder erinnerte ich mich an die Wörter. Ich war abgelenkt und fasziniert zugleich. Aber sie war verärgert.
„Mutter…“
Sie schüttelte mich unsanft aus meiner Trance, nahm meine eiskalte Hand und führte mich über die Türschwelle.
Ich will hier nicht weg!
Ich schrie in meinen Gedanken, völlig durcheinander, doch wollte ich ihr nicht zeigen wie schwach ich doch war.
„Es… tut mir leid… aber…“, meine Blutsverwandte, meine Mutter, schluchzte und zog mir eine Jacke über.
Warum weinst du?
Sie drückte meine Hand fester, begleitete mich einige Meter bis zur Kutsche und schubste mich vorsichtig hinein.
Ich bin müde. Will schlafen.
Ich zögerte keinen Moment und ging meinem Instinkt nach, schloss die Augen und schlief ein.
Ich träumte von meiner Mutter. Wie sich verschmitzt lächelte und mich am Kopf tätschelte, nachdem ich ihr ein Ständchen zum Geburtstag gesungen hatte. Ihr gefiel es sehr gut, auch mir. Ich wusste, dass dies kein erfundenes Gespinst, was sich in meinem Hirn abspielte, war, es war noch vor einem Tag. Das Gefühl von Glück ließ es in meinem Magen kribbeln und zauberte ein Lächeln auf meine Lippen.
Doch der Traum änderte sich schlagartig. Dicke Gewitterwolken verdunkelten den Himmel, Regen strömte von ihnen herab, es donnerte. Doch das Donnern und der Regen fanden keineswegs im Traum statt, sie waren real. Wir fuhren jetzt schon eine Weile in der Kutsche, ich dachte das Dach wäre undicht, aber es waren die Tränen meiner Mutter. Warum weinte sie?
Ich wollte sie eben fragen, als plötzlich die Kutsche anhielt und meine Mutter mich auf ihren Arm nahm und draußen absetzte.
„Liebling… es tut mir leid…“, wieder erklang ihre wunderschöne Samtstimme, doch sie hielt inne, schluckte einmal kräftig und fuhr dann fort: „Es ist besser so… für dich, für Vater, für das restliche Dorf… und für mich. Verzeih mir, Liebes…“
Sanft küsste sie mich auf die Stirn und kehrte mir zögernd den Rücken zu.
„Ma…ma“
Wieso verlässt du mich? Hab ich etwas falsch gemacht?
Mit Tränen in den Augen blinzelte ich ihr nach und realisierte, dass ich alles verloren hatte.
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Shiki
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Mo Jul 27, 2009 1:15 pm

Kapitel 001



Jeder Mensch erlebt öfters Niederlagen. Genau, jeder Mensch. Ist es dann genauso unbedeutend, wenn man kein Mensch ist?

Ich bin ein Monster. Unzähmbar. Eigensinnig.
Ich wusste doch ganz genau, was passiert wenn ich mich nicht beherrsche. War ich einfach zu dumm um es sein zu lassen? Das Leben anderer zu zerstören?

Ich habe es wieder getan.
„Monster!“ – „Verschwinde von hier!“
Die klagenden Schreie der Dorfbewohner. Diese Worte hatten sich schon vor geraumer Zeit in meinem Kopf festgesetzt und drohten keinesfalls zu verblassen.
„Hau ab!“
Wieder.
So behandelte man ein Monster. Was ich getan habe?
Die Kirche in Brand gesetzt.
„Na los!“
Meine Wange brannte. Ich hatte den Schlag verdient. Wieso provozierten sie mich auch! Selber Schuld.
Die Flammen loderten.
Genau, hatte ich ja beinahe vergessen. Langsam rieb ich die Stelle, auf der ich geschlagen wurde, und sah ins Feuer. Die Dorfkinder hatten mich abermals provoziert.
Jedes mal wenn sie es taten begann mein Kopf zu schmerzen, ein Zucken durchdrang meinen Körper und meine beiden Male, an Handgelenk und Schläfe brannten. Was danach zum brennen begann, war das Objekt des Hasses, diesmal war es die Kirche. So weit gehen wollte ich nicht…
Ich zuckte zusammen.
Jetzt bewarfen sie mich mit Steinen.
„Hört auf damit, es sei denn ihr wollt in der Hölle schmoren, wollt ihr das?!“, schrie ich. Ich wollte nicht mehr schweigen. Nochmals durchdrang mich ein Zucken und ich versuchte nicht die Kontrolle zu verlieren um nicht noch mehr Menschen zu verletzen, obwohl sie es verdient hatten.
Jetzt, wo ich zu viel gesagt hatte, kamen die Erwachsenen und stellten sich vor ihre Kinder, weil sie das befürchteten was jeden Moment passieren konnte. „Sieh dich nur an! Wie kannst du so was tun? Wie kannst du das Haus Gottes zerstören? Du durchtriebene Ausgeburt der Hölle!“
Nein, bitte nicht.
„Nennt… mich nicht so!“
Ich schrie, verzweifelt versuchend die Wut zu unterdrücken und blickte zum Feuer. Bald drohte die Kirche zusammenzubröckeln und ein Aschehaufen zu werden. Genauso wie mein Leben.
Diesmal hatte ich es eindeutig zu weit getrieben, es fing alles an mit einzelnen Bäumen, dann mit Heuställen, Hütten und jetzt das Haus Gottes, wenn es diesen berüchtigten Gott überhaupt gab.
„Wieso hegst du bloß so einen Groll gegenüber unserem Herrn?!“, brüllte der Dorfvorsitzender, dessen Namen ich wissen sollte, nahm eine Mistgabel, aus Angst ich würde ihn verbrennen, und drohte mir damit.
Ein Donner unterbrach die quälenden Schreie der Bewohner. Unmittelbar hinter mir, brach sie zusammen, die Kirche, worauf die Flammen noch mehr wuchsen und die umgehende Landschaft langsam aber doch in Brand versetzten.

„Du Monster!“
Youkai. Passend zu meinem verdammten Namen.

„Jetzt werden wir alle untergehen!“ - „Verschwinde!“ -
„Was haben wir dir getan, dass du uns so etwas zumutest?“
Was habe… ich getan…?
Sie stachen zu. Schmerzen.
Nun waren es keine seelischen Schmerzen mehr. Im Gegenteil. Einer der Bürger war angerannt gekommen und hatte mir eine Schaufel in die Rippen gerammt, als Zeichen dafür dass ich verschwinden soll. Ich zuckte zusammen, brach zu Boden. Die Schmerzen waren unerträglich, möglicherweise hatte er mir damit ein oder mehrere Rippen gebrochen. Ein Klageton entwich mir, aber es klang bestimmt nicht erschüttert, sondern eher erleichtert. Ich war froh, dass ich in einem alten Dorf wohnte, wo das gefährlichste Werkzeug eine Mistgabel war, und kein Schwert wie in manch zivilisierter Kleinstadt.
„Das hast du davon!“ Schrie jemand aus der Menge, ich konnte die Stimmen nicht auseinander halten, oder gar die Gesichter, da sie sowieso alle von Hass erfüllt waren. Denn das war alles was ich in ihren Gesichtern erkennen konnte, mehr wagte ich auch nicht zu erkennen.
Der Mann kam näher zu mir, mit der Schaufel drohend und instinktiv hielt ich die Hand vor mein Gesicht, aus Angst er würde mir noch viel mehr brechen.
„Weg mit dir!“
Ein weiterer Stich.Vermutlich hatte ich eine zu schnelle Bewegung gemacht, welche die Folge einer weiteren gebrochenen Rippe hatte.
„Aua…“, murmelte ich.
Schwach! Fiel mir denn nichts Besseres ein, außer einem kläglichen ‚Aua’?!
Reflexartig drückte ich die Hand auf die Seite, aber so um die Knochen nicht in irgendein Organ zu stoßen, rutschte in der aschebeschmutzten Erde nach hinten um mich vor weiteren Stichen zu bewahren.
„Recht so! Habe Angst, du Monster!“
Youkai Ito. Welch reizenden Namen ich hatte. Mein Vater hatte mir diesen verfluchten Vornamen verliehen.
Ich wich weiter nach hinten als er den Spaten hin und her schwenkte und hoffte mich zu verscheuchen.
Vergeblich versuchte ich dem Gerät auszuweichen, sprang auf wich nicht den Blick von ihm ab und lief ein paar Schritte bis zu einem Baum der noch nicht in Flammen stand, zurück.
Keuchend versuchte ich mich dort abzustützen, drückte die eine Hand gegen den Baum, die andere an meine Seite und versuchte verzweifelt Halt zu finden, einmal mit Erfolg.
Ich könnte sie doch alle verbrennen.
„Nein!“, schrie ich, verwechselte die Gedanken mit der Wirklichkeit. An so was durfte ich nicht denken! Das war unmenschlich, abscheulich, selbst für ein Teufelskind wie mir!
Wieder durchfuhr mich das Zucken, meine Narben brannten und ich drückte die eine Hand, die eben noch versucht hatte sich festzuhalten, an meine Schläfe, worauf ich natürlich zu Boden fiel.
Mir wurde schrecklich heiß, ich hatte das Gefühl, ich könnte jeden Moment platzen und die ganze Erde in Schutt und Asche verwandeln. Aber die Sinne waren jetzt nicht das wesentliche; wesentlicher war doch dass ich wieder die Beherrschung verlor, den Schmerz der gebrochenen Rippen nicht mehr spürte und aufsprang.
Zu spät. Ein weiterer fataler Fehltritt.
Zu viele Fehler hatte ich zugelassen. Zu viele Menschenleben hatte ich genommen… und dennoch verlor ich immer und immer wieder die Beherrschung.
Gemordet.
Einen weiteren Menschen hatte ich auf dem Gewissen. Ich hatte ihn verflucht, für die Schmerzen die er mir zugefügt hatte, verflucht dafür wie er mich nannte.
Regungslos.
Er lag einfach da. Zu oft hatte ich diesen Gesichtsausdruck gesehen; die Leere, wenn jemand wegen mir starb. Ich hatte ihn verbrannt… ihn verflucht und gehasst. Ich durfte doch nicht hassen! Nicht verfluchen und verbrennen! Ich wusste ganz genau was die Folge darauf war!
Ich fühlte mich stark und spürte meine Schmerzen nicht mehr, das war kein gutes Zeichen. Zu langsam erhob ich mein Gesicht und sah in die geschockten und entsetzten Gesichter der Masse; eines war mir klar: ich musste verschwinden, sofort.
Die Totenstille die herrschte war entsetzlich. Selbst das Knistern der Berge von Asche war nicht mehr zu vernehmen, umso unheimlicher waren die Rauchschwallen, die Formen von nicht existierenden Gestalten anzunehmen schienen.
Die Blicke der erschütternden Masse hafteten an meinem beschmierten und verkohlten Gesicht, welches dazu verdammt war, in der Hölle zu schmoren.
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Shiki
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Mo Jul 27, 2009 1:17 pm

Kapitel 002



Dieser Mord war eindeutig der letzte Verstoß gegen die Regeln, die sie duldeten, nun hatte ich es zu weit getrieben, eindeutig. Erschöpft keuchte ich auf, stützte mich mit einer Hand am Knie ab und atmete tief durch. Dies durfte einfach nicht real sein! Noch nie zuvor hatte ich mir so sehr gewünscht, dass das nur ein übler Albtraum sein würde. Ich würde schweißgebadet aufwachen und mich nach einiger Zeit nachdem ich mich beruhigte wieder schlafen legen.
So war es aber nicht.
„W-was…machen wir jetzt mit i-ihr…?!“, brachte eine vor Wut stotternde Männerstimme mich aus meinen sinnlosen Gedanken und war mir einen hasserfüllten Blick zu, während die Frau zu meinem Opfer stürmte und sich schluchzend vor ihm hinkniete.
Ich wollte das alles nicht!
War es jetzt zu spät für eine Entschuldigung?
„Wir…“, begann ein weiterer Mann verängstigt, warf mir einen flehenden Blick zu, damit ich ihn wohl am Leben ließe, aber setzte dann deutlich entschlossener fort: „…Wir können sie unmöglich weiter verschonen und am Leben lassen! Diesmal hat es das Monster zu weit getrieben!“
Ein einstimmiges Murmeln machte durch die Masse die Runde, während eine Bäuerin schrill hervor schrie: „Wir können sie nicht töten! Der Teufel höchstpersönlich wird kommen und uns alle holen!“
Der Teufel höchstpersönlich? Was für ein schlechter Witz.
Auch war es ein schlechter Witz, dass sie mich teilweise ignorierten und besprachen, als wäre ich nicht imstande ihre Gespräche mitzuverfolgen! Aber nicht nur das, ihre abwertenden Blicke die mich zeitweise trafen, verrieten mir sofort, dass sie nicht damit rechneten, dass ich ihnen somit einen Schritt voraus war, um mich zu wehren oder zu fliehen.
Doch an die erste Option wagte ich erst gar nicht zu denken, denn egal wie ich sie hasste und sie mich verabscheuten, wollte ich dennoch nicht noch mehr Menschen töten, was an meiner Stelle relativ schnell passieren konnte. Ich musste also aufpassen und meine Wut unterdrücken, selbst den Selbsthass den ich hegte.
Zweite Option war ebenfalls kein Kinderspiel, doch mir blieb nichts anderes übrig. Versuchen musste ich es, denn das hatte eindeutig mit Glück zu tun. Denn mir Unsportlichkeit, Ungeschicklichkeit und gebrochenen Rippen hatte man keine guten Karten. Und noch dazu galt es Einer gegen ein ganzes Volk.
Unmöglich.
So durfte ich nicht denken. Mein Selbstzweifel war sowieso hoch genug, genau wie die Chance getötet zu werden.
Ich spürte es, wie ihre Wut wieder stieg als noch die Kinder des toten Mannes zu ihm rannten und ging so unauffällig wie möglich einige Schritte zurück. Es war sehr schwer möglichst keine Laute von sich zu geben, überhaupt wenn man bei jeder Bewegung am liebsten aufschreien würde und müsste.
Noch ein paar Schritte ging ich zurück, bis ich mir sicher war, dass ich genügend Vorsprung haben würde.
„Hey! Sie will weglaufen!“, schrie der Vorsitzende des Dorfes und hatte somit alle Aufmerksamkeit wieder auf mich gezogen. Jetzt war es soweit: Ich musste renn, so schnell ich nur konnte und durfte mich auf keinen Fall von den Schmerzen beeinträchtigen lassen. Ich holte einmal tief Luft, drückte meine linke Hand auf die verletzte Seite… und lief. Der nahstehende Wald erschien mir recht günstig, also ergriff ich die Chance und schlüpfte geradewegs durch zwei Tannen und konnte noch einem mächtigen Ast ausweichen, stieß mir zum Glück nur leicht die Schulter.
Ich keuchte, die Stiche die von der Seite auskamen waren unerträglich, dennoch konzentrierte ich mich auf das was vor… und hinter mir lag. Hinter mir lag ein Teil meiner Vergangenheit, eine Menge schlechter Erinnerungen und eine tobende Menge, bewaffnet mir Spaten, Mistgabeln und sonstige rostige Werkzeuge.
Vor mir… lag eine Zukunft, die für mich ungreifbar war… und auf jeden Fall eine Menge Fallen von Baumstümpfen und glitschiger Felsen auf denen man sehr leicht ausrutschen konnte.
Für einen Weg hatte ich mich bereits entschieden, obwohl dieser noch unklar zu sein schien. Unklar war auch das grüne Dickicht, welches durch meine feuchten Augen noch unklarer wurde.
War ich am Begriff zu heulen? Lächerlich. So etwas hätte ich doch schon von Anfang an ahnen sollten, als sie mich mit Widerstreben aufnahmen und mich als unbezahlte Aushilfekraft verwendeten, mich nebenbei auch anspuckten.
Wieso heulte ich dann? Zum Teil waren es sicher auch die Schmerzen, aber von wo kam der andere Teil? Hatte ich Angst davor wieder einsam zu sein? Natürlich nicht, das war ich so oder so.
Mist. Ich war zu langsam, ich hatte mich zu sehr auf meine dämlichen Gedanken konzentriert, ich sollte mich im Moment lieber mehr meinen Instinkten widmen.
Ich hörte nun die Stimmen der Bürger deutlicher und von allen möglichen Seiten, außer von vorne.
Die Panik ergriff mich und verleite mir noch etwas mehr an Geschwindigkeit dich ich benötigte. Ich lief noch schneller, rannte dabei in unzählige Rosenbüsche und spürte die brennenden Kratzer, die sich allmählich mit Dreck verschmierten.
Die Flucht kam mir ziemlich bekannt vor: Wie das unschuldige Lamm das von unzähligen Wölfen davon lief und versuchte, mit letzter Kraft etwas an Vorsprung zu gewinnen. Aber eins passte nicht.
„Unschuldig. Pff, dass ich nicht lache…“, murmelte ich erschöpft vor mich her, konzentrierte mich aber nicht mehr auf die Flucht, sondern eher auf ein gutes Versteckt.
Das war auch immer eine gute Lösung: sich verstecken bis die Jäger die Hoffnung aufgeben und umkehren würden.
Das Blut quoll nun regelrecht, ganz zu schweigen von einer Rippe die anscheinend an die Oberfläche geraten war… wie abscheulich das auch klingen mochte.
Eine Pause wäre ziemlich angemessen gewesen, da meine Beine sowieso bald den Geist aufgeben würden, sowie meine blut- und dreckverschmierten Arme und jede einzelne verdammte Gliedmaße an meinem Körper. Ich versuchte zu stoppen, mich zu setzen, aber für solch einen Gedanken war es bereits zu spät; mich hatten zwei Bauern eingeholt, eine kam von links, der Andere war mir unmittelbar auf den Fersen.
Wenn sie mich jetzt erwischten, war ich geliefert.
Ich sprintete noch schneller, die Schmerzen unterdrückend, stieß vor Erschöpfung gegen etliche Bäume; ihr Laub peitschte mir regelrecht ins Gesicht.
„Los! Gleich haben wir sie!“, stieß einer hinter mir hervor und streckte die Hand nach mir aus. Ich spürte schon leicht seine Fingerspitzen an meinem Oberarm, gleich hatte er mich! Ich hatte keine Ahnung wie viel ich gerannt war, doch wusste sofort dass sich das Flüchten nichts brachte; früher oder später würden sie mich kriegen. Mich und mein elendes Leben.
Auf einmal spürte ich seine Hand die kurzzeitig meinen Oberarm umklammerte, aber dann wieder losließ. Gaben sie auf?
Doch unerwartet verlor ich den Boden unter meinen Füßen, genauso wie die Beherrschung über meinen Körper.
Ich flog, oder besser formuliert: ich fiel.
Hatte ich denn nicht diesen verdammten Hang bemerkt?!
Die ersten zwei Sekunden war es befreiend. Mein Körper schien schwerelos zu sein und in der Luft zu schweben. Doch das hielt, wie erwähnt, nur zwei Sekunden an. Denn gleich nach dieser Schwerelosigkeit wurde es wesentlich unangenehmer; ich spürte jeden einzelnen Stich wieder, dies wurde aber noch weiter verstärkt als ich am Boden aufprallte und dann unkontrolliert begann talabwärts zu rutschen. Ich wollte brüllen, war aber lediglich nicht dazu imstande, ich gab höchstens ein erbärmliches Winseln von mir und versuchte mich verzweifelt an einem kleinen Baumstamm festzuhalten.
Es hatte sowieso keinen Sinn.
Erstens: Ich hatte nicht die Kraft dazu.
Zweitens: Es war keine Hand frei; die eine versuchte noch hoffnungslos die Rippen zusammenzuhalten, die andere spürte ich nicht mehr.
So rollte und rollte ich, immer wieder sprangen mir kleine Steinchen ins Gesicht, kaum zu glauben dass auch diese schmerzten.
Ich fühlte mich leblos, als das Rutschen ein Ende nahm, und ich reglos im feuchtnassen und dreckigen Laub lag. Ich atmete unregelmäßig ein und aus was mich noch mehr plagte. Meine Augen brannten, es hatten sich wohl genügend Staub und Tränen angesammelt.
Gleich wird es aus sein. Gleich werde ich sterben.
Gleich werden auch all die glücklichen Momente an mir vorbeifliegen.

Ich dachte einen Moment nach. War ich den jemals glücklich gewesen?
Ich kniff die Augen zu, unterdrückte meine Schmerzen und überlegte, doch mir wollte einfach nichts einfallen. Wie erbärmlich ich doch war.
„Niemand würde mir nachweinen.“, dachte ich und musste ein Schluchzen unterdrücken.
Zaghaft öffnete ich wieder die Augen, um zu erkennen ob ich schon in der Hölle war, aber sah nur unklar zwei gebückte Gestalten, ein kleines Stückchen von mir entfernt.
Toll, jetzt werde ich zum Futter von zwei Wildtieren.
Sofort schlug ich wieder die Augen zu, ein leises Winseln entfuhr mir.
Ich möchte nicht noch mehr gequält werden, macht bitte kurzen Prozess.
Ich musste sterben. Und zwar sofort. Ich stellte mir vor, nicht mehr zu existieren, tot zu sein und nicht mehr zu leiden, so wie ich es mein ganzes Leben getan hatte.
Allmählich ließen all meine Schmerzen ein wenig nach, mir wurde schwindelig und alles schien sich um mich zu drehen. So war das also mit dem Sterben.
Nun war ich tot.
„Hey! Du! Alles in Ordnung…?! Mum, schnell…!“
Der Engel sprach mit mir.„So… vorsichtig hochheben!“
Warum sprichst du so wirres Zeug, Engel?
Wärme, ich spürte Wärme.
Herzklopfen, ich hörte es klar und deutlich.
Jemand hob mich hoch.
Der Engel trägt mich auf Händen. Habe ich es verdient, dass du mich so gut behandelst, Engel?
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Mo Jul 27, 2009 5:35 pm

Kapitel 003


Ich bin also tot.
„Komm, lass sie lieber noch schlafen“
Der andere Engel spricht. Seine Stimme war ein wunderschöner Klang in meinen Ohren; sie war warm und sanft, genauso wie seine Hand die mir etwas aus dem Gesicht strich.
Ich war also wirklich tot. Wie könnte es denn sonst sein, dass mich jemand behutsam berührte und mich nicht schlug und mir auch nicht hinterher jagte.
Da fielen mir wieder die ganzen Verletzungen ein, die sich im Laufe der Verfolgungsjagd angesammelt hatten. Ruckartig fasste ich meine linke Hand auf die Rippen, um zu wissen ob die Wunden noch schmerzten oder gar am verheilen waren. Aber keines von Beiden war der Fall, weder schmerzten sie, noch waren sie verheilt.
Ich versuchte das weiche, raue Etwas, was sich an meine Taille schmiegte zu identifizieren. Es war eindeutig ein Verband.
Nun spürte ich auch deutlich einen auf meiner Stirn, auf meinen Beinen und an den Oberarmen sowie eine Schiene an der rechten Hand.
Erst jetzt wurde mir klar wo ich war. Okay, wo genau zwar nicht, aber ich wusste dass ich auf jeden Fall nicht tot war, das wäre ja auch zu schön gewesen von all den Qualen verschont zu bleiben.
Zaghaft versuchte ich mich aufzusetzen, erwartete auch schon das Stechen wenn ich mich bewegte, doch es kam nichts.
Ich war erleichtert. Wenigstens ersparte ich mir die Schmerzen. Als ich mich schon halbwegs aufgerichtet hatte, beobachtete ich die Umgebung genauer. Das weiche Bett auf dem ich saß, war ganz in die Ecke geschoben, gleich daneben ein kleines, hölzernes Beistelltischchen, dessen Muster sehr gleichmäßig und schön war. Weiters standen an der hinteren Wand einige Regale, gefüllt mit staubigen Büchern, daneben noch ein kleines Tischchen, auf dem eine Blumenvase stand.
Wesentlicher war aber, dass mich Irgendjemand gefunden hatte. Wann war das noch einmal? Gestern? Letzte Woche?
Mein Zeitgefühl hatte sich nun auch endgültig verabschiedet.
Langsam schob ich die Decke zu Seite, spähte dann zur Tür neben dem Fußende des Bettes und wagte meinen ersten Schritt. Ganz kurz zuckte ich zusammen als mein Fuß den eiskalten Steinboden berührte, entdeckte aber ein Paar Hausschuhe, die mir jemand bereitgestellt haben musste, in die ich schließlich hineinschlüpfte. Unsicher und wackelig auf den Beinen wagte ich so auch meinen zweiten Schritt, der ebenso glatt ging. Jedoch hielt ich mich vorsichtshalber am Bettrand an, um nicht umzufallen.
Schon nach einigen weiteren Schritten war ich schon an der Tür angekommen, öffnete diese und trat von diesem Zimmer in den nächsten Raum.
Dieser war ein kleiner, enger Gang, ein paar Bilder hatten an dessen Wand Platz, aber sonst gab es nichts Besonderes. Ich ging zögernd weiter, ließ meine unverletzte Hand an allen möglichen Gegenständen streifen, um ja nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Gedankenlos tappte ich weiter, auf der Suche nach dem Grund warum ich noch lebte und wem ich das zu verdanken hatte. Ein kleines Stückchen ging ich weiter, doch verharrte, als ich plötzlich vor einem Spiegel stand.
Ich sah einfach… schrecklich aus. Ich war sowohl mit reichlich blauen Flecken übersät, als auch mit mindestens genauso vielen Verbänden bestückt, unter denen wahrscheinlich noch viel Schlimmeres versteckt war.
Ich trug, zu meiner Überraschung ein längliches, weißes Kleid, welches mit Sicherheit sogar mehr Blicke ernten würde, als es die zahlreichen Verletzungen taten. Nun wanderte mein Blick weiter nach oben und blieb an meinem Gesicht hängen. Ehrlich gesagt hatte ich schlimmeres erwartet. Vorsichtig fasste ich mir mit der linken Hand an die Schläfe und hielt für einen Moment inne.
Jemand beobachtete mich, ich spürte es.
Kaum übersehbar konnte man im Spiegel erkennen dass mich weiter hinter mir zwei Augenpaare zugleich besorgt als auch neugierig musterten. Ich stockte kurz, wollte mich umdrehen aber es ging nicht.
Erstens, ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass mich jemand um mich und meine Wunden gekümmert hatte.
Zweitens, ich verlor plötzlich die Kraft in meinen Beinen, mir kam es wie in Zeitlupe vor.
Ich streckte meine Hand nach vor, zog dabei ein Tischdeckchen auf dem eine weitere Vase stand, mit und prallte schließlich auf den Boden auf. Ich hatte Glück, mein Kopf blieb dabei unversehrt, auch verlor ich nicht das Bewusstsein.
„Oh nein!“, hörte ich eine weibliche, leicht kratzige Stimme aufschreien und erkannte im Augenwinkel, dass sie und jemand anderes aufsprangen und zu mir hasteten.
Warum verdammt halfen sie mir?! Ich verstand das alles nicht.
Ich wollte nicht, dass mir jemand half. Ich wollte mich auf niemanden verlassen um später wieder fallen gelassen zu werden. Ich wollte aus eigener Kraft mich beschützen und auf meinen Beinen stehen.
Obwohl… auf den Beinen stand ich im Moment jedenfalls nicht. Etwas armselig versuchte ich erstmal mich wieder aufzustützen und dabei Halt zu finden. Es schien beinahe aussichtslos; bis mich plötzlich zwei helfende Hände hochzogen.
„Hey, du musst aufpassen! Am besten du legst dich wieder hin.“, diesmal war es eine frische, männliche Stimme.
„N…nein…“, röchelte ich. Ich widerstrebte mich keinesfalls wegen dem
Vorschlag, sondern eher dass mir jemand wieder helfen wollte.
Mit aller Kraft versuchte ich mich wegzustoßen und drückte meine Hand gegen den Körper, der mich noch dazu hochheben wollte. Ich stöhnte vor Schmerzen auf, ich hatte nicht bedacht mit welcher Hand ich das tat. Außerdem hatte ich auch nicht bedacht, dass ich nicht gerade in einem guten Zustand war und kaum Kraft dazu hatte.
Mir kamen die Tränen, ich zappelte auf der Stelle und schlug um mich. Ich durfte doch nicht schwächeln!
Wenigstens wurde ich nicht wütend… aber vielleicht wäre es doch besser gewesen, um ihnen zu zeigen dass ich nicht gut für sie war.
„He, Mädchen… es ist alles in Ordnung.“, flüsterte mir dieser Junge zu, hob mich schließlich hoch und trug mich eine Weile.
Die Tränen flossen, dennoch gab ich nicht auf; ich zog am Hemd des Jungen und schlug immer wieder mit der Faust gegen seine Brust. Ich hoffe ihm dabei weh zu tun sodass er mich loslassen würde, nur leider hatte ich das dumme Gefühl, dass es mir mehr schmerzte als ihn.
„Mutter…“, klagte er.
„Sie ist nur etwas verwirrt. Leg sie dort hin…“, erwiderte wieder die kratzige Stimme einer Frau. Seltsamerweise beruhigte mich diese Stimme, so hielt ich für einen Moment inne und suchte nach dem Gesicht der Frau.
Meine Augen waren noch voller Tränen, ich schluchzte noch einmal auf und ließ meine geballte Faust sinken.
„Siehst du? Sie hat sich beruhigt.“
Der Junge seufzte einmal und legte mich dann behutsam auf eine Art Bank, wo er mich dann zudeckte.
Ich atmete nervös ein und aus, jedoch versuchte ich einen kühlen Kopf zu bewahren. Als erstes sollte ich mich beruhigen und alle Fakten noch einmal durchgehen. Doch so sehr ich mich auch so auf meine Gedanken konzentrierte, schien alles umso verwirrender zu sein.
Als wäre das nicht genug, fielen alle paar Sekunden meine feuchten Augen zu.
Wie konnte ich denn bloß an schlafen denken! Ich durfte nicht von der Realität fliehen. Nun bemühte ich mich nicht nur noch wach zu halten, sondern versuchte auch dem Gespräch beider Fremden zu folgen.
„Sie hat ziemlich lange geschlafen, kein Wunder dass sie verwirrt ist.“, flüsterte die Frau.
„Ja… mag wohl s…“
„Wie lange…?“, krächzte ich. Meine Stimme war zu ihrer kein guter Vergleich.
Langsam erhob ich meinen Kopf und zog mich am nächstbesten Gegenstand hoch, während ich mir mit dem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht wischte, ...obwohl das wohl kaum zu meinem momentan geringen Sehvermögen beitrug.
„...wie lange?“, wiederholte ich und hoffte ich müsste den Satz nicht zu Ende sprechen. Zum Glück bemerkte die Fremde meine Unbeholfenheit und fragte: „Wie lange du geschlafen hast?“
Ich nickte und gab ein schwaches „Mh-hm“ von mir. Meine Güte, sie müssten mich für dumm halten.
„Beinahe eine ganze Woche... 6 Tage um genau zu sein. Kein Wunder bei den...“, sie atmete kurz ein, musterte mich einen Moment lang und seufzte: „...bei diesen Verletzungen.“
Wieder stoppte sie, lächelte und sprach weiter: „Doch zunächst solltest du dich noch ein wenig ausruhen während ich dir einen Tee zubereite.“
Rasch faltete sie ihre Hände in den Schoß und erhob sich schließlich von ihrem Stuhl, welcher in dem Moment ein knarrendes Geräusch von sich gab.
Ich war mir nicht sicher... lag da eben so etwas wie Besorgnis in ihrer Stimme? Bestimmt hatte ich mir das eingebildet... es konnte doch keinen plausiblen Grund dafür geben, dass sich ein Mensch um ein fremdes und verstörtes Mädchen wie mir hätte Sorgen machen müssen.
Augenblicklich beendete ich meine Gedanken, da sie wieder zu sprechen begann; ihre Stimme hatte was Beruhigendes an sich.
„Noah, sei doch bitte so nett und bring einen feuchten Lappen her.“
„Sicher“
Ich sah im Augenwinkel wie sich eine größere Gestalt als die der Frau aufrichtete und sich anscheinend auf die Suche dessen begab. Die Frau war ebenfalls schon aus meinem Blickfeld verschwunden, bestimmt bereitete sie gerade den Tee zu.
Langsam ließ ich mich wieder sinken und schnaufte kurz. Wie verwirrt ich war konnte man wohl kaum in Wörtern verfassen. Mir schwirrten ständig die verschiedensten Fragen im Kopf herum.
Warum? Wieso? Weshalb?
Sie kannten mich doch gar nicht! Ich war gefährlich! Ein Monster!
Wieder schnaufte ich unzufrieden und schloss die Augen. Seit Ewigkeiten war ich nicht mehr so aufgewühlt gewesen. Was tat man doch gleich dagegen?
Tief durchatmen.
Gute Idee. Ich versuchte mich wieder auf die Leere zu konzentrieren, die erst noch vor einer Woche geherrscht hatte. Doch egal was ich tat; sie vermochte nicht zurückzukehren.
Es waren aber wohl gerade diese Gedanken, die mich zum Schlaf zwangen.
Wieso verdammt noch mal, hatte man Erbarmen mit mir?“
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Mo Jul 27, 2009 8:56 pm

o.o~
Ich LIEBE diese FF!
Mach aj weiter,hörst du?
Wenn du die verwirfst dann...>.<'
Ja,dann passirert was!
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Di Aug 11, 2009 10:26 am

genau,was ganz böses! =D
die ist toll >WWWWW<
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Shiki
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Fr Aug 14, 2009 1:03 pm

@Dirty, du liest sie auch?! Ah, danke >___<~~
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AmDirty

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BeitragThema: Re: Unique Existence   Mo Aug 31, 2009 11:05 am

klar doch! =D
ich LIEBE deine geschichten!!! ♥️
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Di Sep 01, 2009 1:45 pm

Ich fühl mich geehrt, wirklich! Dann werd ich schön weiterschreiben^^
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Mi Sep 02, 2009 10:54 am

Jaaaaaaaa!!!!!!! *freu*
hab dich lieb! <3
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Shiki
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BeitragThema: Re: Unique Existence   Sa Sep 12, 2009 1:49 pm

-^___^-

Wichtig! Bevor ihr hier weiterlest, bitte lest mal den Edit beim 1. Post oben!


Samiel

Kapitel 04


Zu hören welch Höllenqualen meine Opfer erlitten, gab mir ein Gefühl der Zufriedenheit.
Ich genoss jedes schmerz verzerrende Gesicht, das leidend zu mir heraufblickte und um sein Leben winselte.
So etwas wie Gnade kannte ich nicht.
Wozu barmherzig sein, wenn doch alles mit Gewalt viel schneller ging? Es war doch nur noch eine Frage der Zeit bis man getötet wurde und danach verrottete… warum also nicht den Prozess des Daseins verkürzen?
„Widerlich…“, seufzte ich und schüttelte das eine Bein kräftig an dem sich noch eine verkohlte Hand klammerte. Mussten sie es einem wirklich so schwer machen? Nochmals seufzte ich, bückte mich zu den Überresten hinab und durchsuchte den Beutel des Opfers auf Wertgegenstände. Man musste ja von was Leben, und Kopfgeld alleine reichte noch lange nicht. Ich kramte weiter herum und fand zwischen einer Stadtkarte und einer halbvollen Flasche Gebräu einen weiteren kleinen Beutel indem ein paar Goldmünzen untergebracht waren; die Frage wovon ich als nächster mein Essen bezahlen sollte hatte sich somit beschwichtigt.
Mit der bereits geöffneten Flasche in der Hand stellte ich mich wieder aufrecht und ging einige Schritte bis ich in eine Seitenstraße einbog, mich dort an eine Wand lehnte und wartete. Auf wen ich wartete war noch unklar; jedoch rechnete ich mit der Frau meines Opfers die jeden Moment kommen würde, sich zu ihrem Mann beziehungsweise zu den Überresten ihres Mannes, niederknien und zusammenbrechen würde, so wie sie es jedes mal taten. Eine andere Unterhaltung kam für mich kaum in Frage, da ich nur Glück empfand, wenn ich jemanden zerstört hatte.
„Liebling? … Oh mein Gott… Nein!“, es hatte begonnen.
Unwissenheit. Erkenntnis. Wut.
Dies waren die drei Phasen; „Liebling“ das war die Unwissenheit wo ein geliebter Mensch bloß steckte und warum dieser zu spät zum Abendessen war.
„…Oh mein Gott…“, dieser Satzteil wurde öfters verwendet um die Erkenntnis eines verstorbenen Mitmenschen auszudrücken. Warum zum Teufel man den Namen eines unrealen Herrschers verwendete, war unklar.
„…Nein…!“, die letzte und die stärkste Phase war die Wut wenn einem einen wichtigen Menschen genommen wurde. Ich persönlich bevorzugte diese, da für einem nur mehr die eigenen Moralvorstellungen wichtig waren.
Nachdem diese drei Stadien vorüber waren, blieb nur noch ein erbärmlicher Mensch übrig. Ab diesem Zeitpunkt musste mir einfach übel werden, deswegen die Flasche dessen Inhalt alles wieder betäuben würde.
So nahm ich einen Schluck des Gebräus, verzog das Gesicht und wunderte mich wie man dies als Genuss empfinden konnte wenn einem der Rachen bei dessen Einnahme brannte.
In meinen Gedanken versunken hatte ich gar nicht bemerkt, dass ich bereits ein großes Stück vom Opfer entfernt war und die Flasche umklammerte. Angewidert schleuderte ich diese an die nächstbeste Wand und schlenderte -mit den Händen in den Hosentaschen- weiter, jederzeit gefährdet wieder in den Gedanken zu versinken.
„Hey? Ich wollte auch noch was.“
Noch nie war ich so dankbar gewesen, unterbrochen zu werden um mir nicht noch mehr Unsinniges durch den Kopf gehen zu lassen, ließ es mir jedoch nicht anmerken.
„Was willst du?“, sagte ich genervt und tastete unauffällig nach meinem Messer, das sich womöglich unter meinem Mantel versteckte.
Wäre man ein Mensch hätte man mich für verrückt gehalten und vermutet ich spreche mit mir selbst. Doch ich wusste genau wer mir Gesellschaft leistete, und wo genau. Ruckartig machte ich kehrt und drückte mein Messer an seine Kehle.
„Hehe… du behandelst mich ja wie einen Feind!“, bemerkte dieser, sein Gesicht und seine gelben Augen hatte ich schon oft genug gesehen. Wie immer hatte er seinen rötlich-braunen Mantel an, dessen Kombination mit seinen eisblauen Haaren ihn noch verrückter aussehen ließen.
„Caius. Das bist du doch, wie denn sonst sollte ich dich behandeln? Also, was willst du?“, knurrte ich und wusste dass er etwas im Schilde führte.
„Ich an deiner Stelle würde dein Messer senken. Ich bin jediglich hier um mit dir über einen nächsten Auftrag zu sprechen, lieber Kollege…hehe…“, kicherte er spöttisch und kramte unter seinem Mantel ein Stück Papier hervor, welches er mir überreichte.
Ich ließ meinen Arm sinken, nahm seine Botschaft entgegen und las was darauf stand.
„Graves’ Ville?“
„Richtig, richtig! Dort soll sich unsere nächste Zielperson befinden, der neue Staatsoberhaupt. Wie du bestimmt schon wei-“, ich ließ ihn nicht ausreden.
Uns? Seit wann gibt es in so einem Geschäft Partnerarbeit? Es hat schon seinen Grund warum Killer Einzelgänger sind, weil sie sich auf niemanden als sich selbst verlassen können. Spuck’s aus, was willst du wirklich?“
„Hehehe… genau deswegen habe ich dich als Partner gewählt… doch du kannst glauben was du willst. Erledigen musst du diesen Job so oder so. Wir, als des Herrschers Garde haben keinerlei Einfluss auf unsere Aufträge. Du weißt genau was passiert, wenn du nicht gehorchst. Hihi… Du wirst geschlachtet wie…
…ein Schwein. Na schön, mir bleibt wohl keine andere Wahl.“, sagte ich hart warf noch einen Blick auf den Zettel und seufzte: „In zwei Tagen abends also?“
„Richtig! Ich freu mich schon so… hehe… bis bald, Kollege.“
Und schon war er weg. Dies war seine Gabe, er tauchte wie aus dem Nichts auf und verschwand ebenso. Ich hasste ihn. Er war genauso wie man sich einen Killer vorstellte; kalt, schnell und ein Psychopath, genau wie all die anderen Idioten, die sich des Herrschers Garde nannten - da war ich wohl auch nicht besser.
Ich steckte mein Messer wieder ein und packte stattdessen den handschriftlichen Stadtplan - den ich vorhin gestohlen hatte - aus, um zu sehen wo Graves’ Ville lag. Mit einer Kutsche oder gar nur einem Pferd war der Weg dorthin kein Hindernis, zu Fuß jedoch hätte es eine Weile dauern können. Zu diesem Zeitpunkt beneidete ich Caius’ Gabe ein wenig, bestimmt war sie praktisch.
Die meisten Killer die solch eine seltene Fähigkeit besaßen, nutzen sie natürlich zum Töten, für was anderes waren sie schließlich nicht da. Ich hatte schon oft von Menschen gehört, die der Macht nicht widerstanden haben und zusammengebrochen waren.
Manche waren dafür bestimmt, andere nicht. Ich zum Teil kam mit meiner Kraft klar; sie war sehr mächtig und so ähnlich wie die des Meisters, der einzige Nachteil war dass man sie nur begrenzt einsetzen konnte da man ansonsten in einen 1 bis 2 Tage langen Koma-artigen Schlaf fiel.
Deswegen das Messer.
Nun war ich wieder an einer belebteren Gegend angekommen – obwohl es nachts war. Zu dieser Zeit trieben sich viele dunkle Gestalten umher die irgendwelche Geschäfte betrieben, doch mittlerweile registrierte ich sie kaum nicht mehr, ab da hatte ich immer mein Ziel im Kopf.
Ich durchquerte die breiteste der Gassen, an dessen Seiten Händler standen, die womöglich verschiedenste Arten von Waffen, Giften oder sonstigen Substanzen zum Kauf anboten. Schon öfters hatte ich hier einige nützliche Gegenstände gefunden, auch diesmal war es nicht anders; Giftdornen. Sehr praktische und tödliche Werkzeuge. Sie waren klein, aber dennoch nicht zu unterschätzen; kamen sie nur irgendwie in Berührung mit Fleisch, geriet das Gift in die Blutlaufbahn und lähmte den ganzen Körper. Es gab verschiedene Arten, welche die Lähmungen hervorriefen, andere die das Opfer mehrere Stunden, sogar Tage, leiden ließen.
Ohne weiteres schnappte ich mir jeweils ein Päckchen von lähmenden und tödlichen Giftdornen und hoffte nicht erwischt zu werden, da stehlen leider nicht zu meinen Spezialitäten zählte.
„Hey! Das musst du bezahlen!“, hörte ich noch bevor ich auch schon um die Ecke gebogen war.
Zunächst bräuchte ich noch eine Möglichkeit nach Graves’Ville zu kommen, das Pferd was besitzlos etwas weiter hinten stand, erschien mir recht günstig. Mit einem spöttischen Grinsen auf den Lippen lief ich zu dem Pferd, sprang hinauf und ritt davon. Das Grollen des Himmels, die kalten Regentropfen und der Wind der mir entgegen blies, verlieh mir kurzzeitig ein Gefühl der Freiheit - Obwohl ich ganz genau wusste das dies eine Lüge war. Ich war an einen Eid gebunden. Dem Eid stets meinem Meister zu dienen, brach ich diesen Schwur würde ich Schreckliches erleben.
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